Was ist Feminismus?

Lesezeit: 10 Minuten Brauchen wir Feminismus heutzutage überhaupt noch? Und wenn ja: Wie sieht Feminismus überhaupt aus? Können Männer Feministen sein? Und warum kann man sich nicht einfach Humanist nennen? Dieser Beitrag versucht, das komplexe Thema Feminismus zu beleuchten, die verschiedenen Strömungen und die zu Grunde liegenden Strukturen zu besprechen.
Lesezeit: 10 Minuten

Das findest du alles in diesem Beitrag über Feminismus:

Ich habe das Gefühl, bei wenigen Themen ist die Gesellschaft aktuell so gespalten wie beim Feminismus. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die erklärte Feminist:innen sind und lautstark für Gleichberechtigung kämpfen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die der Meinung sind, dass wir in Deutschland doch längst alles erreicht haben und Feminismus deswegen überflüssig ist.

Und dazwischen? Da stehen wahrscheinlich ganz viele Menschen, die sich fragen: Was ist Feminismus überhaupt? Kann ich mich damit identifizieren? Sollte ich mich als Feminist_in bezeichnen? Kann ich als Mann überhaupt Feminist sein? Welche Werte würde ich damit unterstützen?

Und darüber möchte ich heute grob schreiben. Denn eines muss von Anfang an klar sein: Feminismus und Frauenemanzipation sind alte, breite Themen. Es gibt viele verschiedene Strömungen, Meinungen und Herangehensweisen. Es gibt sogar Theorien, die sich teilweise widersprechen. Ich versuche, wenigstens ein Schlaglicht auf die wichtigsten Aspekte zu richten.

Der gemeinsame Nenner aller feministischen Bewegungen

Was alle feministischen Strömungen gemeinsam haben dürften: Sie wollen Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit für alle Menschen im öffentlichen und persönlichen Leben erreichen und stellen sich gegen Sexismus.

Diese Gleichheit soll zum Beispiel in der Bildung und im Beruf verwirklicht werden, aber auch Beziehungen, Sexualität und der eigenen Körper sind wichtige Themen.

Die Grundannahme des Feminismus ist dabei: Die Geschlechter werden in unserer Gesellschaft ungleich behandelt und die meiste Macht liegt in den Händen der Männer.

[Das klassische Geschlechterbilder ist binär, das heißt es umfasst 2 Geschlechter: Männer und Frauen. Heutzutage wissen wir aber, dass es auch nicht-binäre Geschlechtsidentitäten gibt, also Menschen, die weder ausschließlich männlich noch weiblich sind. Es gibt aber auch feministische Strömungen, die am binären Geschlechterbild festhalten. Ich persönlich lehne das binäre Geschlechterbild ab, die allermeisten Studien teilen aber bisher nur in Mann/ Frau ein, weswegen ich nur in dieser Weise auf die Daten eingehen kann. Wenn du mehr über nicht-binäre Geschlechtsidentitäten wissen möchtest, lies dir meinen Artikel zum Thema Gender durch.]

Photo by Claudio Schwarz | @purzelbaum

Brauchen wir heutzutage überhaupt noch Feminismus?

„Feminismus ist wie das Kondom, das man erst noch kaufen gehen muss, obwohl man schon nackt zusammen im Bett liegt: ohne wärs einfacher, aber langfristig eben nur für den Mann. […] Wenn ihr genervt seid vom Feminismus, dann entzieht ihm doch seine Notwendigkeit.“

Sarah Bosetti, „Feminismus nervt“ Poetry Slam -> auf YouTube ansehen

Leider ja. Das zeigen zum Beispiel die Ergebnisse der Studie zu sozialer Ungleichheit von Oxfam aus dem Jahr 2020.

  • Frauen und Mädchen weltweit erbringen jeden Tag 12 Milliarden Stunden Haus-, Pflege- und Fürsorgearbeit – unbezahlt. Diese systematische Abwertung von Hausarbeit, Pflege und Fürsorge gibt es auch in Deutschland und führt zu Ungleichheit.
  • Weltweit verdienen Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger als Männer.
  • Weltweit sind nur 25 Prozent der Parlamentarier:innen Frauen und lediglich 21 Prozent der Ministerposten sind von Frauen besetzt.

Auch Oxfam stellte die Frage, woran das liegen könne. Vielleicht daran, dass Frauen weniger oder seltener arbeiten? Das stimmt nicht:

  • Frauen arbeiten weltweit durchschnittlich 7 Stunden und 28 Minuten pro Tag.
  • Männer arbeiten weltweit durchschnittlich 5 Stunden und 21 Minuten pro Tag.

Der Unterschied: Die Hausarbeit sowie Pflege und Fürsorge von Familienmitgliedern liegt zu großen Teilen in Frauenhand. Doch diese Arbeit wird nicht bezahlt.

  • Männer werden für 80 Prozent ihrer Arbeitszeit bezahlt.
  • Frauen werden für 41 Prozent ihrer Arbeitszeit bezahlt.

Weltweit hat der Feminismus also noch lange nicht ausgedient. Aber das sind Zahlen, die sich auf die Situation weltweit beziehen. Dass die Situation in den Ländern des globalen Südens eine andere ist als bei uns, ist klar.

Viele Kritiker des Feminismus beziehen sich häufig konkret auf Deutschland und/oder Westeuropa – dass hier Gleichheit längst erreicht sei. Rechtlich gesehen mag das stimmen – aber wie sieht es sozial aus?

Der Anteil der Frauen an der Bevölkerung liegt in Deutschland bei 51 Prozent. 44 Prozent der Menschen, die in Deutschland berufstätig sind, sind Frauen. Dennoch sind 10 Prozent aller berufstätigen Männer sind in Führungspositionen tätig (nicht nur in der ersten Führungsebene), während es bei den Frauen nur 4 Prozent sind. Und das obwohl prozentual mehr Frauen Abitur machen und weniger Frauen als Männer die Schule ohne Abschluss verlassen. Frauen machen prozentual auch mehr Hochschulabschlüsse. An der Ausbildung kann es also nicht liegen, dass Frauen in den Vorständen und Aufsichtsräten fehlen. Zwei mögliche Erklärungen dafür sind folgende:

  • Führungspositionen wurden lange überwiegend von Männern besetzt. Deswegen ist die verbreitete Vorstellung einer Führungskraft ein Mann mit „männlichen“ Eigenschaften wie Dominanz, Selbstsicherheit, Unabhängigkeit usw. Daraus folgt, dass Männern diese Rolle eher zugetraut und anvertraut wird.
  • Die weiterhin bestehende ungleiche Verteilung der Aufgaben in Haushalt und Familie. Die traditionelle Rollenaufteilung, das Stigma arbeitender Mütter und fehlende Kleinkindbetreuung machen es für Frauen nach wie vor schwieriger, Karriere zu machen.

Der Aufstieg in die obersten Führungsebenen von Unternehmen findet meistens zwischen dem 30. und 35. Lebensjahr statt – also genau zu dem Zeitpunkt, zu dem viele Frauen nur bedingt am Arbeitsleben teilnehmen können, weil sie Kinder bekommen und im Nachhinein einen Großteil der Fürsorge übernehmen (müssen).

Photo by Elyssa Fahndrich | @elyssarenae

Weitere Fakten, warum es den Feminismus in Deutschland braucht:

  • Der Gender Pay Gap liegt bei 22,3 Prozent. Und auch wenn wir Gründe wie Beruf und Branche, Ausbildung, Unternehmensgröße, Erfahrung und Führungsebene herausrechnen, verdienen Frauen 5,8 Prozent weniger als Männer.
  • In den 200 umsatzstärksten Unternehmen liegt der Frauenanteil in den Vorständen bei 10,4 Prozent.
  • Im September hatte keines der 30 größten Unternehmen in Deutschland einen Frauenanteil von 30 Prozent oder mehr im Vorstand. Zum Vergleich: In Großbritannien schafft das ein Drittel der Unternehmen und in den USA sogar 43 Prozent.
  • Frauen bekommen in Deutschland durchschnittlich 46 Prozent weniger Rente als Männer. Damit ist Deutschland Schlusslicht im OECD-Vergleich.
  • Im Gender Equality Index der EU liegt Deutschland auf Rang 12 (von 28) mit deutlichen Schwächen in den Bereichen Teilzeitarbeit, Kleinkinderbetreuung, Lohngleichheit und Rentenhöhe. Deutschlands schwächste Komponente ist der Bereich „Macht“, der die Geschlechtergleichheit in Führungspositionen misst.
  • Frauen verbringen täglich 4 Stunden und 29 Minuten mit unbezahlter Arbeit. Bei Männern sind es weniger als 3 Stunden.
  • Mütter, die in Vollzeit arbeiten, verbringen wöchentlich 39 Stunden mit ihren Kindern. Bei den Vätern sind es nur 26 Stunden. Wenn Mütter in Teilzeit arbeiten, erhöht sich die Stundenanzahl mit den Kindern um 10, bei Vätern lediglich um 3.
  • 81,3 Prozent der Opfer von Gewalt in Partnerschaften sind Frauen. Im Jahr 2018 waren über 114.000 Frauen von Gewalt in der Partnerschaft betroffen – die Dunkelziffer ist hoch.
  • 95 Prozent der Opfer von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen sind Frauen.
  • Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet.

Und in diesen Fakten fehlt eine ganz wichtige Komponente, gegen die der Feminismus kämpft: Der Sexismus, der Frauen jeden Tag im Alltag begegnet. Feminist:innen machen auf diese und andere Themen aufmerksam. Manche Feminst:innen engagieren sich eher für wirtschaftliche Themen, andere setzen ihren Fokus eher auf soziale Bereiche.

Eine Gesellschaft, in der vollkommene Diskriminierungsfreiheit herrscht, ist leider eine Utopie. Aber andere Länder machen vor, dass es in Deutschland Verbesserungspotenzial gibt und dass mehr Gleichheit zu besseren Bedingungen für alle führt.

Die unterschiedlichen Arten des Feminismus

Die verschiedenen Strömungen des Feminismus unterscheiden sich zum Beispiel darin,

  • Welches Bild oder Verständnis von Geschlecht vertreten wird
  • Welches Bild der bestehenden Gesellschaft zugrunde gelegt wird (zum Beispiel Patriarchat oder Kapitalismus)
  • Welche weiteren Ungleichheiten als relevant angesehen werden (zum Beispiel Klasse, Ethnizität…)

Ein Beispiel, wie unterschiedlich die verschiedenen Theorien des Feminismus sein können, ist die sogenannte „Kopftuchdebatte“, also die Frage: Dürfen Frauen einen Hijab (Kopftuch für Musliminnen) tragen?

Da gibt es Feminist:innen, die sich für die freie Religionsausübung einsetzen. Das heißt, dass auch Frauen ihre Religion frei ausüben dürfen und wenn sie möchten, natürlich auch einen Hijab tragen dürfen. Diese Feminist:innen setzen sich dann zum Beispiel dafür ein, dass das Tragen des Hijab überall erlaubt ist, also auch an Schulen oder in Einrichtungen, deren Träger die Kirche ist (z.B. Krankenhäuser).

Auf der anderen Seite gibt es Feminist:innen, die sagen, dass Frauen von Männern und zum Teil vom Gesetz dazu gezwungen werden, Hijab zu tragen. Deswegen ist das Tragen eines Hijab ein Symbol der Unterdrückung. Diese Feminist:innen lehnen Hijabs generell ab.

Die Soziologin Dr. Ilse Lenz, emeritierte Professorin für Geschlechter- und Sozialstrukturforschung, veröffentlichte auf der Seite des Gunda-Werner-Instituts eine Übersicht über die verschiedenen Feminismen, die ich an dieser Stelle nicht ausführen kann. Wer sich jedoch näher mit den unterschiedlichen Strömungen des Feminismus befassen möchte, ist dort gut aufgehoben.

Können Männer überhaupt Feministen sein?

Photo by Samantha Sophia | @samanthasophia

Ob du bist Feminist:in bist, hängt nicht von deinem Geschlecht ab. Im Gegenteil. Feminismus steht für die Gleichheit der Geschlechter und daran können Männer ja auch Interesse haben. Aus zwei Gründen:

  1. Geschlechtergleichheit und die Nicht-Diskriminierung von Frauen ist einfach fair.
  2. Geschlechterungleichheit benachteiligt manchmal auch Männer.

Denn bei der Geschlechtergleichheit geht es nicht nur um die Rechte und Selbstbestimmung von Frauen. Viele Strömungen des Feminismus setzen sich dafür ein, dass Männer auch gewisse „Rechte“ bekommen: Zum Beispiel sensibler zu sein, nicht immer „Macho“ sein zu müssen, auch mal Kontrolle und Verantwortung abgeben zu dürfen usw.

Das scheint sinnvoll, schließlich ist es auch heutzutage noch so, dass Männer zum Beispiel als Elternteil bzw. als Hausmann von der Gesellschaft weniger wertgeschätzt werden denn als Geschäftsmann oder Handwerker.

Auch nehmen Männer deutlich seltener psychotherapeutische Hilfe in Anspruch, wie eine Studie der Techniker Krankenkasse zeigte. Dass sie diese Hilfe aber mitunter benötigen würden, zeigt eine andere traurige Statistik: Männer sterben häufiger durch Suizid. Rund zwei Drittel der Selbsttötungen in Deutschland werden von Männern begangen. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass Männer sich viel seltener Hilfe zu suchen, wenn es ihnen schlecht geht, weil unsere Gesellschaft noch immer nach „starken Männern“ verlangt, die nicht „weinen und jammern“. Das bezeichnet man oft auch als „toxische Maskulinität“.

Disclaimer: Wenn du selbst unter Depressionen oder Selbstmordgedanken leidest oder jemanden kennst, der daran leidet, kannst du dich telefonisch an die Telefonseelsorge wenden: 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222. Die Beratung ist anonym und kostenlos.

Aber es gibt noch weitere „Frauenrechte“, die Männer hätten, wenn es Geschlechtergleichheit geben würde, zum Beispiel sich ohne Ausgrenzung und Anfeindungen schminken zu dürfen, Kleider und Röcke tragen zu dürfen, ganz allgemein gewaltfrei leben zu dürfen und schwul sein zu dürfen, ohne Nachteile befürchten zu müssen.

Warum wird das alles eigentlich als „schlecht“ angesehen, wenn Männer diese Eigenschaften haben? Frauen werden längst nicht mehr blöd angemacht, wenn sie Hosen und Hemden tragen, wenn sie taff und selbstständig sind oder ein Auto reparieren können, um mal ganz tief in die Klischeekiste zu greifen. Die Antwort: Diese „weichen“ Eigenschaften werden als „weiblich“ identifiziert und die Misogynie (Frauenfeindlichkeit) reicht in (Teilen) unserer Gesellschaft so tief, dass nicht nur Frauen selbst benachteiligt werden, sondern auch ihre vermeintlichen Eigenschaften als nicht erstrebenswert gelten.

Neben der generellen Gleichberechtigung aller Geschlechter sind das spezifische Gründe, warum Männer sich als Feminist identifizieren können, dürfen und vielleicht sogar sollten.

Ist Feminismus nicht nur Männerhass?

Nein. Wie ich weiter oben bereits geschrieben habe, können/ sollen/ dürfen auch Männer Feministen sein. Und Frauen sowie andere nicht männliche Personen, die Feminist:innen sind, sind keine Männerhasser:innen. Der Feminismus soll nicht die Frauen über die Männer stellen, Männer abschaffen oder benachteiligen. Nein, Feminismus hat die Gleichheit aller Geschlechter zum Ziel.

Photo by Claudio Schwarz | @purzlbaum

Das Problem ist oft: In vielen Bereichen liegt die Macht bei Männern. Oder anders gesagt: Männer haben oft viele Vorteile. Und manchmal müssen oder sollen sie zugunsten der Frauen und/oder nicht-binärer Menschen etwas von dieser Macht und diesen Vorteilen abgeben, damit an anderer Stelle Nachteile ausgeglichen werden. Das heißt in den allermeisten Fällen nicht, dass Männer plötzlich weniger haben, sondern bloß, dass alle am Ende gleich viel haben. Das kommt bisweilen aber so rüber, als ob Feminist:innen den Männern schaden wollen.

Mehr zum Thema „Männer und Feminismus“ findest du weiter oben.

Bin ich Antifeminist:in, wenn ich gegen eine Frauenquote bin?

Frauenquoten sind auch unter Feminist:innen ein umstrittenes Thema. Manche befürworten die Quote, andere lehnen sie ab. Wie du dazu stehst, musst du für dich selbst entscheiden.

Internationale Studien zeigen, dass ein höherer Frauenanteil im Management zu besseren Unternehmensergebnissen führt. Gründe dafür: Unternehmen agieren innovativer, treffen bessere Entscheidungen, werden attraktiver für gut ausgebildete Fachkräfte und entwickeln eine bessere Kundenorientierung und höhere Mitarbeiterzufriedenheit. Wenn du dir diese Studien anschauen willst, der Report „Entwicklungsland“ der deutsch-schwedischen AllBright-Stiftung beinhaltet eine gute Übersicht.

Was spricht für eine Frauenquote?

  • Frauen wird der Weg in die Führungseben oft dadurch verbaut, dass sie gleichzeitig Kinder möchten und sich Kind und Karriere in Deutschland noch immer schlecht vereinbaren lassen. Eine Frauenquote würde Unternehmen dazu zwingen, neue Arbeitsmodelle zu schaffen, um dieser Benachteiligung ein Ende zu setzen.
  • Unbewusst fördern Männern bevorzugt Männer. Durch eine Quote werden Unternehmen bzw. explizit männliche Führungskräfte gezwungen, über den Tellerrand zu blicken und talentierte Frauen mehr zu fördern.

Was spricht gegen eine Frauenquote?

  • Leistung sollte belohnt werden und das Geschlecht ist keine Qualifikation, deswegen wäre es falsch, Frauen nur wegen ihres Geschlechts zu fördern.
  • Sie setzt am falschen Ende an: Zunächst muss Kinderbetreuung ausgebaut werden, dann wird der Anteil an Frauen in Führungspositionen automatisch steigen.

Viele Unternehmen haben sich bereits freiwillig zu einer Frauenquote verpflichtet. Verändert hat sich seitdem (vor allem im internationalen Vergleich) nicht viel. Dass mehr Frauen in Führungsebenen eine gute Sache sind, bestreitet kaum noch jemand. Doch wie der Weg dahin aussehen sollte, ist umstritten.

Wenn es um Gleichheit geht, kann ich dann nicht einfach „Humanist“ sein?

Wikipedia sagt, Humanismus habe als Ziel ein Ideal, „dessen Verwirklichung jedem Menschen die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen soll“. Damit einher geht auch die Kritik an bestehenden Verhältnissen. Auch im Humanismus gibt es sehr viele verschiedene Konzepte, die sich zum Teil deutlich voneinander unterscheiden.

Aber was unterscheidet den Humanismus vom Feminismus, wenn es doch in beiden Theorien (oder Ideologien) darum geht, dass jeder Mensch gleich ist und seine Persönlichkeit möglichst frei entfalten können soll.

Artikel 3 unseres Grundgesetzes sagt: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes (…) benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Leider ist es aber noch immer so, dass das weibliche Geschlecht benachteiligt wird oder Menschen mit vermeintlich „weiblichen“ Eigenschaften diskriminiert werden.

Der Begriff des Humanismus würde die Benachteiligung vieler Frauen verleugnen und die unverhältnismäßige Diskriminierung unsichtbar machen. Es geht nun mal konkret darum, die Rechte der Frauen, ihre Freiheit, Würde und Selbstbestimmung zu stärken. Das kommt am Ende allen Menschen zugute, aber bis es soweit ist, heißt der Feminismus eben Feminismus.

Quellen und weitere Informationen:


1 comments on “Was ist Feminismus?

Comments are closed.